Prof. Dr. Günter Bergmann (1910-98)

              Das musikalische Opus     

      

   ~ Klavier ~  

Zyklen für Klavier

Einzelstücke für Klavier

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~ Orgel ~ 

  • Harmonice Mundi IovisDie Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto auf ihrer Bahn.     bitte hier klicken 

Der in Norwegen lebende Musiker und Interpret Martin H. C. Spindler    erarbeitete von Günter Bergmanns Orgelzyklus  Fassungen für              Gemischte Ensembles ((c) 2008) und Sinfonieorchester ((c) 2009)

 

                                                     

Günter Bergmanns kompositorisches Werk ist nicht umfangreich. Dazu sei bemerkt, dass er in eine äußerst ungünstige Zeit hineingeboren wurde:

Nachdem er als Kind den 1. Weltkrieg miterlebt hatte, fielen seine Studentenjahre in eine wirtschaftlich sehr unsichere Zeit, so dass er  nicht seiner Neigung entsprechend sich der Musik, einer „brotlosen Kunst“, zuwandte, sondern das Mathematikstudium aufnahm, was ihn aber nicht davon abhielt, auch musikwissenschaftliche Vorlesungen zu belegen.

Trotz wissenschaftlicher Erfolge, der Ernennung zum Dr. rer. nat. habil. und einer zweiten Promotion zum Dr. phil. wurde ihm die Hochschullaufbahn wegen seiner bekannt kritischen Haltung zum Nationalsozialismus verwehrt. Sein Erleben der sich dem Studium anschließenden politisch höchst brisanten und ihn bedrückenden Vorkriegsjahre hielt er fest in den Skizzen zu seinem Klavierzyklus "Stationen, Musikalisches Tagebuch 1936-39".

Im 2. Weltkrieg wurde er als Soldat an den Fronten in Polen, Frankreich und Russland eingesetzt. Im Anschluss an die chaotische Nachkriegszeit musste er sich im Alter von nunmehr über 40 Jahren unter schwierigen Bedingungen eine berufliche Existenz aufbauen.

Die normalerweise besten und produktivsten Jahrzehnte eines Menschenlebens waren ihm geraubt.

Erst mit der Erreichung seines Berufsziels, konnte er – neben den anspruchsvollen Verpflichtungen als Universitätsprofessor der Mathematik – sich auch wieder der geliebten Musik und dem Komponieren zuwenden. Den ehrenvollen Kompositionsauftrag der Astronomischen Gesellschaft für den Orgelzyklus "Harmonice Mundi Iovis - Die Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto auf ihrer Bahn" erhielt er als Siebzigjähriger.

So haben ideologische Differenzen zum NS-Regime, der Fronteinsatz in Polen, Frankreich und Russland, die chaotische Nachkriegszeit und später eine langjährige lähmende Erkrankung die Schaffensperiode dieses kreativen Menschen begrenzt. Die eigentlich schöpferische Phase konnte erst in der Lebensmitte beginnen und endete trotz geistiger Hochform bereits viele Jahre vor seinem Tod. Zur Notenniederschrift eines geplanten großen Orchesterwerkes kam es nicht mehr. Wie viel reicher noch hätte sein Lebenswerk sein können!