Prof. Dr. Günter Bergmann (1910-98)

        Meinungen und Pressestimmen  

                           

   zu seiner Klavier- und Orgelmusik

... die emotionale Tangente, mit der Bergmann in seiner Musik das Einzigartige berührt, den Sternenhimmel ebenso wie den Gedanken an eine universelle Humanität. Bewegend.
                                                      Dr. Günter Moseler, Musikwissenschaftler


     zur Klaviermusik

... Bergmanns klangschöne Musik steht ein wenig außerhalb der Tradition; ihre Tonalität ist nur vordergründig nachromantisch, ergibt sich vielmehr aus einem strengen mathematischen Verständnis von Harmonie und Kontrapunkt. Sein naturwissenschaftlicher Kompositionsansatz ist fraglos innovativ.

Dr. Lukas Speckmann / Musikwissenschaftler


... Diese Musik eines nicht ideologie-konformen Bürgers spricht eine sehr persönliche Sprache. Sie ist alles andere als avantgardistisch und war dies auch schon zu ihrer Entstehungszeit nicht. Vordergründig erinnert sie an spätromantische Klaviermusik, wären da nicht für diese Zeit ungewöhnliche Konstruktionen und Akkordverbindungen. Es ist eine Musik, die auch denjenigen Musikfreund ansprechen kann, dem die aktuelle Neue Musik ein Greuel ist.

Dr. Diethard Riehm / Universitätsmusikdirektor

    

Obwohl die Musik von Bergmann seine Anschauung und seinen inneren Konflikt zum Inhalt hat, erzeugt sie beim Zuhörer Wärme und Vertrautheit, als ob er aufeinanderfolgende Bilder von sich hätte.

Prof. Toshiko Takeoka / Musikhochschule Osaka, Japan

         

Die "8 Studien für Klavier" von Günter Bergmann haben mich im Konzert sehr beeindruckt. Jedes Stück hat seinen eigenen Charakter, und trotzdem ist das Werk im Ganzen durchgehend, wie ein Gewebe aus polyphonen und romantischen Elementen mit verschiedenen Farben, wodurch eine eigene Welt geschaffen wird. Das Werk verkörpert Freiheit, Delikatesse und Eleganz.  

                                                  Etsuko Mizobe, Konzertpianistin / Tokyo, Japan   (aus dem Japanischen übersetzt von Noriko Kitano)

          

...Von spätromantischer Färbung machen sie doch auch mit merkwürdigen Eintrübungen Einbrüche in eine scheinbar heile Welt fühlbar.

Dr. Sonja Müller-Eisold / Musikhistorikerin

         

... Kunst und Wahrheit sind für Bergmann identisch. Nach seinem Kunstbegriff dient das in kritischer Verantwortung stehende Werk der Erkenntnis, wodurch es unser Verhältnis zur Welt beeinflussen und als Warnung vor tragischem Irrtum dienen kann. Mit düsteren Klängen weist Bergmann auf Schattenseiten des Seins hin und läßt Bedrohliches erahnen, wobei aber die zuversichtliche Grundstimmung durch versöhnliche Elemente stets deutlich erhalten bleibt. In der tonalen Tradition verwurzelt, dem Maßstab des Lebens verpflichtet, der Idylle fern, Störungen in einer Art gebrochener Melodik spürbar machend, gelingt es Bergmann, sein Lebensgefühl in Stimmungsbildern von existenziellem Potential mit künstlerischer Kraft und ernster, individueller Tonsprache feinsinnig zum Ausdruck zu bringen. 

                                                                  Klavier-Studio "Neue Musik" / Staatliche Hochschule für Musik Westfalen-Lippe, Institut Dortmund

    

... Bergmann sucht - abseits aller gängigen Stilrichtungen unserer Zeit - im Harmonischen wie im Linearen einen eigenen Weg zu finden und neue Ausdruckswelten zu erschließen. Es sind lyrische Stücke, wohlklingende Nachromantik, leicht gefügt und mit doch ernstem Hintergrund.

Dr. Wilfried Brennecke / WDR Köln


Günter Bergmanns Klavierwerke drücken sich in einer streng-schlichten Klangsprache von herber Ehrlichkeit aus, die den Glauben an die Ausdruckskraft tonaler Spannungen durchaus nicht verloren hat. Zeitweilig brechen über solide Akkordpfeiler leuchtende, neurotisch-brillante Melodiekaskaden herein, die stets im Sog der unbeirrbaren Grundfortschreitung aufgefangen werden. Mit einigen wenigen, einprägsamen harmonischen Wendungen verleiht Bergmann seinen Werken gekonnt den persönlichen Stempel.

                                                                            Nils Schweckendiek / Dirigent, Helsinki und Cambridge

         

… in subtiler Sprache ...bleibt Bergmanns Musik diskret in der Diktion, der Kunst der Andeutung verpflichtet, gerät nie in die Gefahr auftrumpfender Plakativität. Und gerade darin liegt ihre Stärke: die Stücke haben bei aller biographischer Berührung ihren musikalischen Eigenwert. Gänzlich tonal orientiert ... überzeugen sie ...als streng geformte, handwerklich solide Arbeiten, die die menschliche Selbstdisziplin des Komponisten widerzuspiegeln vermögen.

Neue Ruhr/Rhein Zeitung / Essen

     

... doch lässt der Autor auch das erforderliche Maß an eigener Handschrift erkennen,... Immer sind diese Stücke klavieristisch attraktiv und wirkungsvoll. Als seine schönste Tugend aber erscheint die Unbedingtheit, die Klarheit in der Darlegung des musikalischen Textes.

Rheinische Post / Düsseldorf 

       

... romantische Charakterstücke ... in ihrer vollen Dramatik und Emotionsgeladenheit ... zeichnet sich der Zyklus auch durch ein hohes Maß an kompositorischer Kunstfertigkeit aus.

Komet-Magazin für Kultur, Kunst, Zeitgeschichte, Wirtschaft

      

... "Stationen, Musikalisches Tagebuch 1936-39" ...unmittelbar, eindeutig ...ohne abstrahierende Verschlüsselungen... Diese sehr persönliche Dokumentation lobte ein Besucher mit den Worten: "Genauso war's, genauso haben wir uns gefühlt."

Westdeutsche Zeitung / Düsseldorf

     

... hören wir hoffnungsvolle, den Frieden atmende Motive, die sich über dunkle Passagen im Bass inhaltlich verändern....

Sender Freies Berlin

    

… Ein besonderes, weil sehr persönliches Opus sind die „Stationen“. Günter Bergmann hat hier ein musikalisches Tagebuch angelegt, das seine Erlebnisse und Empfindungen in den Jahren 1936 bis 1939 widerspiegelt. Für den Klavierspieler sind die Kompositionen höchst attraktiv, sie sind handwerklich solid gearbeitet. Der Zyklus beginnt zunächst feingliedrig, kennt kaum Ausbrüche ins Forte. Sehr introvertiert scheinen die Stücke, meist in ernster, moll-lastiger Atmosphäre gehalten. Besonders beeindruckend: „August 1939 – Trauermarsch“, das letzte Stück des Zyklus. Die düstere Stimmung vieler Deutscher in den Wochen vor dem Zweiten Weltkrieg wird hier überdeutlich. Der Trauermarsch nimmt die vielen Toten und Ermordeten des Krieges und der Nazi-Herrschaft vorweg.

Dr. Peter Baier, Bayernkurier

       

Es ist sehr interessant für mich, wie dieser Komponist konstruktive Elemente, Kontrapunkt und Klangschönheit verbindet… Es ist wirklich wahr, dass die Nähe des Herzens zu spüren ist… Mir gefällt der Mut, eben nicht mit dem Strom zu schwimmen und dabei etwas sehr Persönliches, Anrührendes zu schaffen. Ich finde darin Authentizität und Integrität.

         Ulrike Dangendorf, Preisträgerin beim Concours musical d’ensembles Européen in Privas, Frankreich

      

Die ausdrucksvolle, musikalisch-dramatische Sprache dieser bedeutenden Persönlichkeit hat in ihrer Eigenständigkeit, Kraft und Eindringlichkeit einen Platz in der Geschichte des Komponierens verdient.

Nathalie Kouznetzoff, Kulturmanagement, München

        

Zu Recht findet das tonsetzerische Schaffen von Günter Bergmann zunehmend auch internationale Anerkennung. Das fantasievolle Klanggeschehen wird durch die emotionalen und intellektuellen Qualitäten, durch die Aufrichtigkeit und künstlerische Ausdruckstiefe dieser der Tradition verbundenen, schöpferischen Individualität zu einem spannenden Ereignis

 Seine Musik ist nicht nur für das Konzertpodium geeignet, sondern sollte auch unter pädagogischen Aspekten Eingang finden in die allgemeine Klavierausbildung und in das pianistische Berufsstudium. 

Für die Einbindung in Praxis und Lehre werden sich die MTNA und die MTAC nachdrücklich einsetzen.

                                           Members of Music Teachers'  National Association, Music Teachers' Association of California

                                                  

 ...die Fülle der motivischen Entwicklung, ihre Rückbezüge und Verknüpfung zu erfassen und nachzuvollziehen, d. h. die "Ganzheit" dieser Musik zu erkennen.

Prof. Dr. Rolf Kruse

 

... Interessante, nachromantisch-expressionistische Klangbilder von drastisch-akkordischer Natur mit eingestreuten Läufen und Figurationen.

... Eindrucksvoll, wie er bei aller hörbaren Formstrenge immer das durchfühlbare Ganze, den großen Atem der Komposition anstrebt. ... sendet der NDR, ...Wilde Bassoktaven, zerrissene Harmonien und abgekappte Schlusswendungen markierten im Verbund mit einem finsteren Trauermarsch den Gegensatz zur Flucht in die längst vergangene heile Welt.

... Sie lassen sich aber daneben als intime "Szenen ohne Worte" genießen als Vertonung von absoluter Qualität im Geiste spätromantischer Klaviersprache ... entfalten in übersichtlicher Form ihren warmherzigen, ganz melodisch inspirierten Ablauf.

... kamen zunächst herb sangliche, vorrangig tonal harmonische Einzellinien auf, ... Polyrhythmisches schien sich stellenweise abzuzeichnen, vorsichtige romantische Annäherungen fanden statt, reizvoll Rezitativisches ließ aufhorchen,...

... verwendet er zielbewusst Strukturen wie z. B. die Iteration geeigneter metrischer Elemente mit sehr verschiedenartigen Wirkungen. Im Harmonischen überschreitet er die Grenzen der Tonalität.

Münstersche Zeitung

  

... eine Brücke von der Spätromantik zur Musik unserer Zeit ... von der "Avantgarde" will sich Bergmann sicher ganz bewusst distanzieren.

... Ausdrucksvolle enharmonische Verwechslung in skalenartigen Folgen kontrastierten mit impressionistisch-romantischen Anklängen an Debussy und Wagner auf das Beeindruckendste.

Westfälische Nachrichten / Münster

                   

... this piano cycle will be of great interest to collectors of music composed during the Third Reich. This eight-movement cycle is an interior musical monologue describing the composer's dread and fears for the future, now and then swept aside by some physical activities (a sail on the lake in the center of Hamburg or a depiction of that city's hop-market, a trip to Brahms' birthplace), but ending in "September 1938" (about which the notes make oblique reference to "the political events of that month" - the notewriting in the fine try-to-pretend-it-didn't-actually-happen style of German notewriting prior to the collapse of the Soviet Union) and "August 1939 - Trauermarsch" which is a remarkable presentiment of the horror and angst to come.

A healthy 71 minutes long, the second piano disc varies from the comfortable post-romanticism of the "Studies" to the apparent programmatic qualities of "The Bridge" and "The Arch" to similar psychologically inward meditations and broodings in the abstract pieces "Forms" and "Anachronisms".

Records International Catalogue August 2006

    

zur Orgelmusik

 Einer der wenigen universell Gebildeten der jüngsten Vergangenheit. Günter Bergmann. ...Sphärenhafte Musik, fast schon von geistlichem Anspruch: "Harmonice Mundi Iovis" für Orgel. Verhaltene Choräle, polyphone Miniaturen, dunkle lyrische Passagen – alles Kennzeichen dieses umfassenden, wohl wichtigsten Werkes Günter Bergmanns. Die Kreisbewegungen der Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto nahm der 1910 geborene Künstler und Gelehrte zum äußeren Anlass für seine Komposition, verwendete musikalische Formen des Barock als Grundlage, die er mit zeitgemäßer Harmonik und Rhythmik verband…

Dr. Peter Baier, Bayernkurier

 

... das von der Idee her, aber auch musikalisch interessante Werk ...seine Bewegungsenergien, Gesetzmäßigkeiten und eigenartig modale Klanglichkeit ...

Westfälische Rundschau / Dortmund anlässlich eines Konzertes zum 75. Geburtstags des Komponisten in der Staatl. Hochschule für Musik Westfalen-Lippe

     

... schrieb eine "himmlische Musik", bei der sich die Sterne in Töne verwandeln ... und man konnte durchaus auch in den Ecksätzen die Sternenläufe in kleinen Kreisbewegungen verfolgen... in der Technik ähnlich wie es die Komponisten der seriellen Musik getan haben - rhythmische und melodische Modelle zugeordnet...

Ruhr-Nachrichten / Dortmund

 

... Es ist immer die Orientierung auf die "Harmonie", die der Musik Günter Bergmanns ihren besonderen Reiz gibt. Seine Harmonien erschließen sich dem Hörer nicht auf Anhieb. Aber wer sich die Mühe macht, sich in diese Kompositionen "hineinzuhören" oder "einzuleben", wird reich beschenkt.

Kirchenzeitung,  Bremen  

   

Die analytische Begründung der Komposition in Keplers Geist fasziniert mich weniger wegen  der konkreten Verarbeitung der astronomischen Daten als wegen des CERES-ART-Ansatzes. Die Synthese von Ästhetik und Logik ist ein faszinierendes, aber schwieriges Unterfangen, da Musik ja für die meisten Menschen nur ihrer emotionalen Wirkung wegen geachtet wird. Ich werde v. a. den Vortrag Ihres Mannes vom 16. 3. 1981 immer wieder gern durchgehen und die tiefe Durchdringung von Exaktheit und Schönheit hier nachzuvollziehen versuchen.

PD Dr. habil Guerino Mazzola, Universität Zürich, Schweiz

      

…bin sehr angetan von der Natürlichkeit des Stils, der in seiner über weite Strecken lyrischen, geradezu heiteren Ausdruckskraft die offenbar tief verborgenen astrologischen Bezüge in keiner Weise „hemmend“ erkennen lässt. Mein verehrter Lehrer Olivier Messiaen hat ja auch dem ersten Satz seiner erhabenen „Méditations sur le Mystère de la Sainte Trinité“ ein Sternenthema vorangestellt, das eine astrologische Struktur aufweist!

                                                             Dr. Thomas Daniel Schlee, Wien, Intendant des Festivals „Carinthischer Sommer“

    

Durch den subtilen Umgang mit der Musik gewährt Günter Bergmann Einblick in den Schaffensprozess und die Welt seiner Musikerseele. Und das auf einzigartige Weise!

Das Orgelwerk stellt ein exemplarisches Tentamen dar, das historische Traditionen innovativ aufgreift, und dazu beinhaltet es Material, das zu klanglichem Experimentieren auffordert und einlädt!

Musikkomposition dieser A r t kommt wahrlich dem Begriff Günter Bergmanns von der "Erneuerung der Seele" - "animum reformantibus tropis" - und, nach Bachschem Ausdruck, der "Ergetzung des Gemüths" näher.

                                        Martin Spindler, M.A., cand.philol., Kantor und Organist, Hauge i Dalane / Norwegen

      

... Dieser unmittelbare musikalische Zusammenhang ist durchaus nacherfahrbar - nicht zuletzt wegen der ausgesprochen differenzierten Spielweise Andrea Bärenfängers, die dieser tonal-freitonalen Tonsprache eine neobarocke Registrierung zuweist.

 "Musikforum" , Magazin des Deutschen Musikrats, Berlin

           

Ergriffen und bewegt hat mich der überwiegende Ernst und die Eindringlichkeit dieser Musik, erreicht mit meist sparsamen Mitteln, oft schon asketisch wirkend, besonders im Alterswerk, wenn ich dies so nennen darf, d. h. in der "astronomisch" inspirierten  Musik. ... Hier im schnellen Maestoso des letzten Satzes erlaubt sich die Musik nur einmal einen großen akkordlich geballten, emotional starken Klangausbruch, der dann um so gewaltiger wirkt.

 Prof. Dr. Rolf Kruse

              

A commission from an astronomical society, this suite encodes information about the orbits and positions of Jupiter's moons into music through rhythmic idioms, motives and melodic characteristics.

  Records International Catalogue August 2006 

                    

 ... Mit leichten Beschleunigungen und Auflockerungen durch Triller, Triolen, Quintolen und dergleichen setzte sich die erhabene Gleichförmigkeit der planetarischen Umläufe durch die Sätze fort, eine Musik wie um sich meditativ in unendlichen Räumen zu verlieren.

... diese einzigartige Musik in kosmische Klangschatten zu verzaubern, die durch den Raum des Domes zogen.

...und man entfernt sich mit jedem Stück etwas weiter von der Erde.

Westfälische Nachrichten / Münster 

Konzertvorbereitung:  Der Komponist schmückt den Konzertsaal im Erbdrostenhof / Münster mit einem seiner selbst gezüchteten blühenden Mimosenbäumchen.

  

 


 
  
  
 
 
 
 


Inhalt, Gestaltung, Realisierung:
Hildegard Bergmann;   hildegard@bergmann-komponist.de